Aus der Zusammenstellung der Geschichte der Hardter Feuerwehr die Peter Grams 1970 zum damals 60jährigen Bestehen verfasste.

 Wohltätig ist des Feuers Macht, wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht, und was er bildet, was er schafft, das dankt er dieser Himmelskraft, doch furchtbar wird die Himmelskraft; wenn sie der Fessel sich entrafft, einhertritt auf der eigenen Spur, die freie Tochter der Natur. Wehe, wenn sie losgelassen, wachsend ohne Widerstand, durch die volksbeliebten Gassen, wälzt den ungeheuren Brand ! So sagte Schiller in seinem Gedicht “Die Glocke”.

 Seit alters her hat der Mensch die Wohltaten des Feuers erfahren, aber auch seine verheerenden Wirkungen bei Bränden zu spüren bekommen. Welch namenloses Leid hat schon die Brandfackel in Kriegszeiten über die Menschen gebracht. Städte und Dörfer, Häuser und Höfe, Wälder und erntereife Getreidefelder, Arbeit eines Lebens, Arbeit von Jahrhunderten, Leib und Leben vieler Menschen, ob jung oder alt, wurden Opfer des Feuers. 

Wie Lebte der Mensch doch in den vergangenen Jahrhunderten stets von Feuergefahr bedroht in den aus Holz und Holzfachwerk erbauten und Mit Stroh und Schindeln gedeckten Häusern mit offenem Kamin und offenem Öl- oder Wachslicht, im Einzelhaus oder in den Städten, wo sich in den engen Gassen Haus an Haus reihte. Ein Hausbrand, über den man nicht Herr wurde, den man nicht lokalisieren konnte, breitete sich schnell im trockenen Holzwerk der Häuser und Stroh der Dächer aus. Ein solcher Brand konnte einen ganzen Stadtteil oder gar eine ganze Stadt vernichten. 

So brach am Sonntag, dem 02. Juli 1652, kurz nach Ende des 30 jährigen Krieges, in Mönchengladbach in der Neustraße (Hindenburgstraße) im Haus des Bürgers Johann Stefes ein Brand aus und bald stand die Stadt von der Judenpforte (Wallstraße) über dem Markt bis zur Marktpforte (Viersener Straße) in Flammen. 144 Wohnhäuser, das Rathaus, die beiden Stadttore, 60 Scheunen und 4 Brauhäuser wurden vom Feuer zerstört. Die Menschen verloren alles. 

Durch Brände vorstehender Art waren die Städte wohl gemahnt, Vorsorge für eine Brandbekämpfung zu treffen. Feuerspritzen gab es noch nicht. Auf Anordnung des Rates der Stadt mussten im Vorhaus eines jeden Hauses immer für den Fall der Not einige Ledereimer bereitstehen. Bai Ausbruch eines Feuers ertönte die Brandglocke oder das Brandhorn, dann eilten alle Bewohner mit ihren Eimern dorthin und bildeten schnell eine lange Reihe vom Feuerherd zur Wasserstelle. In dieser Doppelreihe wurden dann die Eimer von Hand zu Hand weitergereicht. Das war nur eine Notbehelf bei kleineren Brände. Im Notfalle halt man sich gegenseitig in den Nachbarschafen und viele freiwillige Helfer eilten herzu. Als die Städte später größer wurden, bildeten sich Feuerwehren, die zuerst mit Hand- und später auch mit Dampfspritzen, Leitern, Brandhaken und weiteren Geräten versehen wurden. 

So ist auf einer alten Abbildung von Mönchengladbach von 1896 die Gladbacher Dampfspritze noch zu sehen. 

In Mönchengladbach bildete sich eine Freiwillige Feuerwehr zu Anfang des 19. Jahrhunderts nach Abzug der Franzosen, diese wurde erst 1901 in eine Berufswehr umgewandelt. Ähnlich wird es wohl in diesen Zeiten auch in Hardt gewesen sein.