Heute ist Tag der Tag des Notrufes – 11.2 – 

112 eine kurze Telefonnummer, hinter der aber viel mehr steckt als nur ein „Callcenter“ der Feuerwehr.
In der Leitstelle der Feuerwehr Mönchengladbach sind 365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag erfahrene Berufsfeuerwehrleute mit einer zusätzlich erworbenen, rettungsdienstlichen Berufsausbildung im Dienst, die bei medizinischen Notfällen, Bränden, Unfällen oder sonstigen, schwerwiegenden Unglücksfällen diejenigen sind, die innerhalb weniger Sekunden entscheiden, welche Hilfe vor Ort benötigt wird und dann qualifiziertes Rettungspersonal der Feuerwehr Mönchengladbach auf den Weg schicken.
Parallel werden den oft verzweifelten Anrufern Hilfestellungen gegeben, wie sie sich bis zum Eintreffen der Feuerwehr zu verhalten haben. Sei es bei einem abgeschnittenen Fluchtweg im Rahmen eines Brandereignisses oder bei der Anleitung zu einer Wiederbelebung.
Was erwartet Sie, wenn Sie selber einmal den Notruf wählen müssen?

„Wir fragen, Sie antworten“
So lautet der neue Leitspruch in der Notrufabfrage und so werden die Anrufer zielgerichtet durch die Disponenten abgefragt, um schnell und effizient alle für den Einsatz notwendigen Daten in Erfahrung zu bringen. Die erste Frage, die der Disponent bei der Gesprächseröffnung stellen wird, lautet „Wo genau ist der Notfallort?“
Neben dieser entscheidenden ersten Frage werden zum Gesprächsbeginn auch der Name des Anrufers und die Rückrufnummer abgefragt. So stehen dem Disponenten schon nach wenigen Sekunden die wichtigsten Daten zur Verfügung, so dass selbst im Falle eines nicht wiederherzustellenden Gesprächsabbruchs eine Hilfe durch die Feuerwehr oder den Rettungsdienst möglich bleibt.

Im Anschluss werden über gezielte, kurze Fragen die Unglücksart und das Ausmaß ermittelt, woraufhin der Disponent die im Einsatzleitrechner hinterlegten Einsatzmittel mit wenigen Mausklicks disponieren und parallel zum noch laufenden Notrufgespräch alarmieren kann. Während die Hilfskräfte bereits auf dem Weg zur Einsatzstelle sind, wird der Disponent versuchen, Hilfestellungen zu geben, durch die der Anrufer die Situation vor Ort bis zum Eintreffen der Rettungskräfte stabilisieren kann.
Die Beamten in der Einsatzleitstelle sind erfahrene Führungskräfte der Berufsfeuerwehr sowie ausgebildete Rettungsassistenten und können auf ein umfangreiches Fachwissen und einen soliden Erfahrungsschatz zurückgreifen. Hierdurch können sie den Anrufern in der Notrufleitung trotz mitunter schlimmen oder teils dramatischen Notsituationen ruhig und souverän die Hilfe zukommen lassen, die diese individuell benötigen.

Telefonreanimation
Durch die gezielte Fragestellung im Rahmen der oben beschriebenen, strukturierten Notrufabfrage erkennen die Disponenten Reanimationssituationen und geben eindeutige Hilfestellungen, durch die auch ungeübte Anrufer helfen können. So besteht eine reelle Chance, Menschenleben zu retten oder schwerste, durch Sauerstoffmangel hervorgerufene Schäden abzuwenden. Rund ein- bis zweimal pro Woche werden in Mönchengladbach Menschen am Telefon durch die Mitarbeiter der Leitstelle bei Reanimationen angeleitet.
Hilfe auch in Fremdsprachen
Der Notruf 112 gilt europaweit und nicht zuletzt aufgrund der Anbindung an vier große Autobahnen, der asylsuchenden Menschen in den Übergangswohnheimen oder der internationalen Gästen im Borussia-Park kommt es auch in der Leitstelle Mönchengladbach vor, dass Menschen, die nicht der deutschen Sprache mächtig sind, einen Notruf tätigen müssen. Hier hilft den Beamten ein softwaregestützter Algorithmus, um zumindest in einigen Fremdsprachen den Notfallort und die Art des Hilfeersuchens zu ermitteln und Hilfe entsenden zu können.

Die Gesprächsführung liegt beim Leitstellendisponenten
Wichtig ist: Der Anrufer sollte den Anweisungen der Leitstellenbeamten unbedingt Folge leisten und auch das Telefonat erst dann beenden, wenn dies durch den Mitarbeiter der Leitstelle signalisiert wird. Auch sollten keine weiteren Telefonate nach dem Notruf geführt werden, um für Rückfragen seitens der Rettungskräfte erreichbar zu bleiben.
Sollte sich nach Beendigung des Notrufgespräches eine Unsicherheit beim Anrufer entwickeln oder sich die Situation verändern oder verschlechtern, darf und soll unbedingt erneut der Notruf gewählt werden.
Wenn es die Situation zulässt, sollte der Anrufer oder eine weitere anwesende Person sich um die Einweisung der Rettungskräfte kümmern, damit diese schneller den genauen Einsatzort finden.

Zusammenfassung
Die Feuerwehr Mönchengladbach hat für den europaweiten Notruf 112 eine strukturierte Notrufabfrage eingeführt.
Die gut ausgebildeten Disponenten in der Einsatzleitstelle führen den Anrufer strukturiert durch das Notrufgespräch und ermitteln in erster Priorität den Unglücksort. Im Anschluss werden nach wenigen Schlüsselfragen die benötigten Einsatzmittel disponiert und entsendet und den Anrufern bei Bedarf wichtige Hilfestellungen gegeben, die bis zum Eintreffen der Retter die Situation vor Ort stabilisieren können – von der Schnittverletzung bis zur Reanimation.
Wir fragen, Sie antworten! – Notruf 112 europaweit – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr – und natürlich auch am Tag des Notrufes 2018.

Quelle: Feuerwehr Mönchengladbach